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Wie wir Module testen, bevor sie in Ihr Netz kommen Programmierung · Kompatibilitätsmatrix · BERT-Test · Reklamationen

Ein kompatibles Modul ist nur so gut wie die Prüfung dahinter. Hier beschreiben wir, was wir mit einem Modul genau tun, bevor wir es versenden, und was wir tun, wenn Sie ein Problem melden. Ohne Floskeln über „höchste Qualität“.

Vier Dinge, die vor dem Versand passieren

1. Prüfung in der Matrix

Jede Kombination aus Modul und Marke hat bei uns einen Status in der Kompatibilitätsmatrix. Ist die Kombination bestätigt, sagen wir das klar. Ist sie in Validierung – sagen wir auch das klar und bieten einen kostenlosen Test an.

2. Programmierung für Ihre Hardware

Das Modul erhält die Herstellercodierung, die Sie in der Bestellung angeben. Das dauert Stunden, nicht Tage, und passt in den Versand am selben Tag.

3. Kontrolle der Parameter

Wir prüfen die DDM/DOM-Anzeige: Sendeleistung, Empfangsleistung und Temperatur – dieselben Daten, die Sie in Ihrem Switch sehen.

4. Test im Gerät

Module mit ungewöhnlichen Codierungen prüfen wir an einem Arbeitsplatz mit echter Hardware, nicht an einem Simulator.

Was passiert, wenn Sie melden, dass ein Modul nicht funktioniert

Jedes gemeldete Modul kommt ans Messgerät. Wir machen einen BERT-Test, 10–15 Minuten, bevor wir überhaupt einen Defekt bestätigen.

Und hier etwas, das man in der Werbung nicht hört: Ein Teil der Meldungen erweist sich nach dem Test als funktionierende Module. Die Ursache lag in der Gerätekonfiguration, im Kabel oder in einer nicht passenden Port-Geschwindigkeit. Deshalb prüfen wir erst, statt sofort zu tauschen – das spart Ihre Zeit, denn das eigentliche Problem liegt oft woanders.

Bestätigt der Test einen Defekt und das Modul ist in der Garantie, tauschen wir es gegen ein neues Exemplar, meist direkt aus dem Lager ohne zusätzliche Wartezeit.

Umcodieren nach dem Kauf – ohne das Modul einzuschicken

Sie haben die Hardware gewechselt und das Modul soll jetzt unter einer anderen Marke arbeiten? Sie müssen kein neues kaufen.

Sie haben unseren Programmer – Sie stecken das Modul in den Programmer, senden uns die Seriennummer, und wir erstellen die neue Codierung aus der Ferne, ohne physischen Versand. Meist innerhalb von Stunden.

Sie haben keinen Programmer – Sie schicken das Modul ein, wir codieren es um und senden es zurück.

Eine Einschränkung, die Sie kennen sollten: Module, die älter als Baujahr 2020 sind, programmieren wir nicht um. 100G-Module für Aruba sowie 400G QSFP-DD bearbeiten wir ausschließlich an unserem Arbeitsplatz – für sie gibt es keinen Fernzugriff.

Bekannte Stolperfallen, die Kunden melden

Huawei: Das Modul liefert korrekte DDM-Werte, aber der Link kommt nicht hoch
Huawei-Switches blockieren Module von Drittanbietern standardmäßig mit einem Systemalarm. Die Unterstützung für Drittanbieter-Module muss aktiviert, also der zugehörige Alarm deaktiviert werden. Das Modul selbst ist dann in Ordnung.
Brocade: „incompatible GBIC“
Meist ist das Modul physisch 16G FC, der Switch unterstützt aber nur bis 8G FC. Wir erstellen eine Codierung mit deaktiviertem 16G-Flag, danach arbeitet das Modul korrekt.
Kupfer-Modul RJ45 funktioniert nicht in Netgear oder Ubiquiti
Manchmal liegt die Ursache in Hardware-Unterschieden zwischen Produktionsserien derselben Katalognummer, die eine Umcodierung nicht beseitigt. Dann leihen wir Ihnen ein Modul aus einer anderen Serie zum Testen.
Das DAC-Kabel verbindet trotz Umcodierung nicht
Eine bewährte Alternative ist, das DAC-Kabel durch ein Paar optischer Module plus Patchkabel zu ersetzen. In unserer Praxis hat das Fälle gelöst, in denen die Codierung des Kabels versagt hat.
Das Modul funktioniert, zeigt aber keine DOM/DDM-Werte
Die häufigste Ursache ist ein veralteter oder nicht passender EEPROM-Datensatz des Moduls. Jeden solchen Fall analysieren wir einzeln – bitte nennen Sie uns die Seriennummer.
100G zwischen verschiedenen Herstellern
Das gelingt nicht immer. Wir hatten einen Fall, in dem weder ER4 noch BiDi 20 km auf einer Cisco-Nexus-Strecke trotz Umcodierung zum Laufen kamen. Bei solchen Projekten lohnt es sich, die Kompatibilität vor dem Kauf zu prüfen – schreiben Sie uns vorher.

Was wir nicht können

Nicht jede Kombination ist machbar, und wir tun nicht so, als wäre sie es. Ein Beispiel aus unserem Service: Für die Speichersysteme HPE MSA 2070/2072 haben wir keine Codierung, und das sagen wir klar, statt ein Modul zu verkaufen, das nicht funktioniert. Ist Ihr Fall ungewöhnlich – fragen Sie vor der Bestellung, wir prüfen es in der Matrix und antworten ehrlich.

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