Manchmal müssen Switches miteinander verbunden werden, von denen einer nur RJ45-Ports und der andere ausschließlich SFP-Ports besitzt. Bedeutet das automatisch, dass zusätzlicher Hardwareeinsatz wie etwa ein Media Konverter nötig ist? Zum Glück nicht. Es gibt einen einfacheren und günstigeren Weg, mit dem Sie beide Geräte ohne unnötige Komplexität verbinden können.


Einfacher und günstiger Weg – was bedeutet das?

RJ45, der Standard für Kupferverbindungen, dominiert in älteren oder typischen Büro-Switches, während SFP (Small Form-factor Pluggable) Ports vor allem in Glasfasernetzen zum Einsatz kommen, die Verbindungen über größere Distanzen ermöglichen. Wie verbindet man nun diese völlig unterschiedlichen Schnittstellenarten?

Naheliegend wäre der Einsatz eines Media Konverters – eines Geräts, das ein Kupfersignal (RJ45) in ein optisches Signal (SFP) umsetzt. Das ist eine gute, funktionierende Lösung. Ein Konverter ist jedoch zusätzliche Hardware – also zusätzliche Kosten und ein weiteres Gerät, das mit Strom versorgt werden muss.

Es gibt jedoch eine Alternative. Eine andere Lösung besteht darin, SFP-RJ45-Module zu verwenden, mit denen sich Switches direkt über ein einfaches Kupferkabel (UTP) verbinden lassen.

Schema Verbindung RJ45-Switch mit SFP-Switch über SFP-RJ45-Modul

Wie funktionieren SFP-RJ45-Module?

SFP-RJ45-Module, oft auch als „Kupfer-Module“ bezeichnet, sind kleine, intelligente Baugruppen, die in einen SFP-Port des Switches gesteckt werden. Sie ermöglichen den Anschluss eines standardmäßigen Kupferkabels (z. B. eines UTP-LAN-Patchcords). So können Sie einen Switch mit RJ45-Ports ganz einfach und schnell mit einem Switch verbinden, der ausschließlich SFP-Ports besitzt – ohne Glasfaser einsetzen zu müssen.

Warum SFP-RJ45-Module einsetzen?

  • Kein zusätzliches Gerät – kosteneffizient und einfach im Aufbau.
  • Einfache Installation – Kabel einstecken, Modul einsetzen, fertig.
  • Reichweite bis zu 100 Metern – ideal für kurze Distanzen im Büro oder im Serverraum.
  • Zuverlässigkeit – weniger Geräte in der Kette bedeuten geringeres Ausfallrisiko.

Beispiel für Einsatz von SFP-RJ45-Modulen in einem Netzwerk

Wie verbindet man einen SFP-Port mit RJ45? Schritt für Schritt

  1. Passendes SFP-RJ45-Modul auswählen. Abhängig von den benötigten Datenraten und Kabellängen wählen Sie ein SFP-Modul, das den RJ45-Standard unterstützt.
  2. Kupferkabel anschließen. Stecken Sie den UTP-LAN-Patchcord in das SFP-RJ45-Modul. (Die Kabelkategorie beeinflusst die maximale Übertragungsdistanz, die mit dem SFP-RJ45-Modul erreicht werden kann.)
  3. Switch anschließen. Stecken Sie das Modul in den SFP-Port des Switches. Das andere Kabelende verbinden Sie mit einem RJ45-Port des zweiten Switches.
  4. Verbindung prüfen. Stellen Sie sicher, dass die Verbindung korrekt aufgebaut ist und sich die Switches gegenseitig sehen.

Das ist alles – ganz ohne zusätzliche Hardware oder Media Konverter.


Worauf sollte man noch achten? Betriebstemperatur

Zu beachten ist die höhere Betriebstemperatur von Kupfermodulen im Vergleich zu optischen Modulen. Sorgen Sie für eine ausreichende Kühlung, insbesondere wenn mehrere solcher Module gleichzeitig im Switch verbaut sind. Empfehlenswert ist es, SFP-RJ45-Module in jedem zweiten Slot zu installieren. So wird die Wärme besser abgeführt, was die Lebensdauer der Hardware erhöht.

Beispiel für DAC-Kabel im Vergleich zu SFP-RJ45-Lösungen

Wann Kupfermodule einsetzen und wann Alternativen?

SFP-RJ45-Module sind eine ausgezeichnete Wahl, wenn ein Switch mit SFP-Ports mit einem Gerät verbunden werden soll, das ausschließlich RJ45-Ports besitzt. Für höhere Geschwindigkeiten wie 10 Gb/s und mehr eignen sich kurze DAC-Kabel besser. Sie bieten hohe Performance auf wenigen Metern (7 m für passive DAC-Kabel, 10 m für aktive DAC-Kabel). Und wie sieht es aus, wenn Sie eine größere Distanz als die mit DAC erreichbare überbrücken müssen? Dann kommen erneut SFP-RJ45-Module und Kupferkabel ins Spiel und ermöglichen eine stabile Verbindung ohne unnötige Mehrkosten.