Wofür wird ein Medienkonverter eingesetzt?
Service Provider stehen bei der Inbetriebnahme neuer Anschlüsse oder bei Netzmodernisierungen häufig vor der Herausforderung, sich an eine bestehende Kupferinfrastruktur des Kunden anzupassen oder deren Reichweite zu verlängern – ohne die Kosten stark zu erhöhen. Hier kommt seit vielen Jahren der Medienkonverter ins Spiel, der auf einfache und kosteneffiziente Weise die Umwandlung eines optischen in ein elektrisches Signal ermöglicht oder das Netz erweitert.
Die kontinuierliche Entwicklung und der sukzessive Austausch von Kupferverkabelung durch Glasfaser könnten vermuten lassen, dass Medienkonverter nach und nach vom Markt verschwinden.
Statt eines sichtbaren Nachfragerückgangs bleibt der globale Markt für Medienkonverter jedoch weitgehend stabil, und die Geräte selbst werden fortlaufend optimiert und technologisch weiterentwickelt.
Welche Faktoren beeinflussen den Markt für Medienkonverter?
Werfen wir also einen genaueren Blick darauf, welche Faktoren den Markt für Medienkonverter antreiben.
- Kosten. Der Einsatz von Medienkonvertern mit vorhandenen Ethernet-Switches ist weniger kostspielig als der Austausch gegen Netzwerkswitches mit optischen Modulen und ist damit eine wirtschaftliche Wahl in kleinen und mittleren Netzwerken.
- Einsatzorte. Medienkonverter finden ein breites Einsatzspektrum in Bereichen wie Telekommunikation, Bildung, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen oder Videoüberwachung. Die Geräte übertragen Ethernet und sind außerdem in Varianten erhältlich, die als Stromquelle für andere Geräte dienen können. Medienkonverter können beispielsweise entfernte Endgeräte wie IP-Kameras und Access Points versorgen und gleichzeitig auf einfache Weise die Reichweite des Netzes verlängern.
- Leistung und Funktionen sind vergleichsweise ausgereift und vielfältig geworden und passen sich den Veränderungen und den stetig steigenden Anforderungen der Netze an. Bereits heute finden sich selbst in unmanaged Medienkonvertern Funktionen wie 10G-Unterstützung, Jumbo-Frame-Unterstützung oder Flow Control. In managed Varianten kommen zusätzlich Features wie OAM-Unterstützung oder VLAN-Funktionalität hinzu.
- Netzflexibilität, die es erlaubt, neue Geräte in eine bestehende Verkabelungsinfrastruktur zu integrieren. Medienkonverter können nahezu an jedem Punkt im Netz installiert werden.
Selbst wenn Glasfaser irgendwann flächendeckend eingesetzt wird, werden Medienkonverter weiterhin benötigt, sich neuen Anforderungen anpassen und auf Basis neuer Nutzeranforderungen weiterentwickelt und verbessert werden.
Trends im Markt für Medienkonverter
Die technologische Entwicklung von Netzen, der stetig wachsende Bandbreitenbedarf und der Druck zur Kostenoptimierung führen dazu, dass Planer und Netzwerktechniker Medienkonverter laufend in folgenden Aspekten optimieren:
- Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeit: Die heutigen Medienkonverter unterstützen überwiegend 10/100/1000 Mb/s, aber einige Hersteller bieten bereits unmanaged 10G-Konverter an. Solche 10G-Konverter wie LO-MC-10G-2SP oder LO-MC-10G-TSP sind mit 1 oder 2 SFP+-Ports ausgestattet. Sie ermöglichen einen schnelleren Netzzugang über größere Entfernungen und bieten mehr Möglichkeiten, Geräte und Nutzer an das Netz anzubinden. Aktuell wird dies vor allem in großen Rechenzentren berücksichtigt, in Zukunft aber voraussichtlich bei jeder Netzmodernisierung.


- Kostenoptimierung: Der Energieverbrauch ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor für Anwender, insbesondere in großen Rechenzentren, da geringere Verlustleistung niedrigere Projektkosten und eine Reduzierung der Betriebskosten bedeuten. Für kleinere Installationen kann der Einsatz eines Medienkonverters daher eine kosteneffiziente Alternative zu einem Netzwerkswitch sein.
Zu berücksichtigen ist auch, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung der Glasfasertechnologie unter anderem zu sinkenden Produktionskosten für Medienkonverter führt. Langfristig ist daher mit fallenden Gerätepreisen zu rechnen.
- Funktionalitäten: Die Anzahl der Standards und Protokolle nimmt zu und zwingt Hersteller, ihre Produkte immer besser an neue Technologien anzupassen. Dies führt zu einer Marktsegmentierung in unmanaged und managed Medienkonverter. Im ersten Fall verzichtet man zwar teilweise auf Management- und Überwachungsfunktionen der Leitungsparameter, greift jedoch nicht in die übertragenen Daten ein und verlängert oder konvertiert das Netz transparent. Das erhöht die Zuverlässigkeit.
Im zweiten Fall ermöglichen Management-Funktionen eine detailliertere Kontrolle der Leitungsparameter und eine bessere Anpassung an spezifische Netzanforderungen. Dafür ist jedoch Spezialwissen für Konfiguration und Betrieb erforderlich. Solche Geräte sind in der Regel teurer und erhöhen die Installationskosten der Dienstleistung.
Fazit
Der Markt für Medienkonverter wirkt vielversprechend – aufgrund des breiten Anwendungsspektrums, der vergleichsweise niedrigen Implementierungskosten und der einfachen Installation. Zudem lässt sich Ethernet-Twisted-Pair nicht überall durch Glasfaser ersetzen, etwa wegen des größeren Biegeradius von Glasfaser oder der Möglichkeit, PoE-Stromversorgung über Kupfer zu realisieren. Angesichts der technologischen Evolution der Medienkonverter ist es nahezu sicher, dass sie mit den steigenden Anforderungen von Netzbetreibern und Markt Schritt halten werden.
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