Externe Videoüberwachung wird heute immer häufiger eingesetzt – in Büros, Betrieben, Fabriken, Lagern, aber auch in Einfamilienhäusern im Rahmen des Trends zu Smart Homes. Sie kommt zudem beim Management öffentlicher Einrichtungen zum Einsatz.

Bei der Auswahl einer Überwachungskamera zählen nicht nur Parameter wie Auflösung, Aufnahmegeschwindigkeit, Kompression, Bauform oder vorhandene IR-Technologie (Aufzeichnung bei Dunkelheit), sondern vor allem die Entscheidung, ob es sich um ein kabelgebundenes Gerät – eine PoE-Kamera – oder um eine drahtlose Lösung – eine WiFi-Kamera – handeln soll.

IP-Kameras mit PoE-Unterstützung können Videomaterial ins Netzwerk senden und gleichzeitig Daten und Energie über denselben PoE-Switch beziehen (z. B. LO-IGS-2GT1GF-POE, LO-IGS-8GT2GF-POE).

 

Vergleich von PoE- und WiFi-Überwachungskameras                

 

Ein alternatives System auf Basis von WiFi-Kameras nutzt Funktechnologie, über die sich die Kameras drahtlos mit dem Router verbinden. Eine kabelgebundene Stromversorgung ist jedoch weiterhin erforderlich. Eine IP-WiFi-Kamera überträgt die Videodaten an einen Rekorder, auf den im lokalen Netzwerk oder aus der Ferne zugegriffen werden kann. Das bedeutet, dass der Anwender über ein eingebautes Speichermedium oder Cloud-Speicher auf die Aufnahmen zugreifen kann.

Vergleich von PoE- und WiFi-Kameras

Sowohl IP-PoE- als auch IP-WiFi-Kameras bieten grundlegende Überwachungsfunktionen. Die Unterschiede zwischen beiden Varianten sind jedoch deutlich.

 

Vorteile einer WiFi-Kamera:

• Drahtlose Kommunikation – die Kamera kann an jedem beliebigen Ort mit Stromversorgung installiert werden, ohne zusätzliche Leitungen zum Rekorder verlegen zu müssen. Dadurch wird Installationszeit gespart. Die einzige Einschränkung ist die Stromquelle.

• Ästhetik – WiFi-Kameras lassen sich leichter verstecken. Zudem sparen sie Platz, und es ist nicht notwendig, zusätzliche Löcher in Wände zu bohren oder die Fassade des Gebäudes zu beschädigen.

• Kostenvorteil – in der Regel werden für die Installation weniger Werkzeuge und Zubehör benötigt, was die Gesamtkosten reduziert.

 

Nachteile von WiFi-Kameras

• Anfällig für Störungen – drahtlose Kameras reagieren empfindlich auf Interferenzen. Signale von Routern im gleichen Frequenzband überlagern sich, was insbesondere in einigen Wohnanlagen die Funktion der Kameras beeinträchtigen kann.

• Begrenzte Anzahl – ein Router kann typischerweise nur etwa 5–6 drahtlose Kameras stabil bedienen.

• Begrenzte Reichweite – der größte Nachteil der Funkverbindung ist die begrenzte Reichweite. Alle drahtlosen Kameras müssen sich innerhalb der WiFi-Abdeckung befinden; die von gängigen Heim- und Büro-Routern abgedeckte Fläche beträgt im Mittel bis zu 10 Meter. Zudem ist es oft schwierig, die exakte Reichweite einer WiFi-Kamera zu bestimmen, da sie von Anzahl und Struktur der Hindernisse entlang der Funkstrecke abhängt.

• Anfällig für Hackerangriffe – bei verkabelten Systemen sind Angriffe über das Netzwerk aufgrund von Authentifizierung und automatischen E-Mail-Benachrichtigungen praktisch nicht möglich. In einem WiFi-Netz lässt sich dagegen die Adresse eines Endgerätes leicht fälschen und Daten im gleichen Format in das Netzwerk einspeisen. Angreifer interessieren sich nicht für die Videoaufzeichnungen an sich, sondern für den Zugriff auf unsere Daten. In einigen Fällen von Hackerangriffen wurde die Kamerasoftware so manipuliert, dass sie Finanzdaten sammelt und an die Angreifer überträgt.

 

Vorteile einer PoE-Kamera

• Flexible Stromversorgung – ein separates Stromkabel ist nicht erforderlich. Die Kamera muss nicht in der Nähe einer Steckdose montiert werden, da der PoE-Switch die Spannungsversorgung übernimmt.

• Höhere Übertragungsraten – mit PoE-Technologie lassen sich über 100 Meter Entfernungsstrecke 2,5 Gbps bis 5 Gbps erreichen, und bei Einsatz von Cat5- bzw. Cat6-Kabeln sogar 10 Gbps.

• Höhere Übertragungszuverlässigkeit – die Datenübertragung erfolgt über Kupferkabel zur PoE-Kamera und ist daher unempfindlich gegenüber Störungen und Überlagerungen durch Funksignale.

• Größere Reichweite – die maximale Verbindungslänge für IP-PoE-Kameras beträgt 100 Meter, also das Zehnfache einer typischen WiFi-Reichweite. WiFi-Kameras sollten sich in einem Radius von rund 10 Metern um den Router befinden, während IP-PoE-Kameras bis zu 100 Meter vom Netzwerkswitch entfernt installiert werden können.

• Besseres zentrales Energiemanagement – ein Stromausfall legt ohne USV das komplette Videoüberwachungssystem lahm. Beim Umstieg auf PoE kann ein zentral gemanagtes USV-System eingesetzt werden, das wichtige Netzwerkgeräte mit Backup-Strom versorgt. Die Geräte lassen sich aus der Ferne ausschalten oder neu starten, was Kosten und Zeit spart.

 

Nachteile einer PoE-Kamera

• Aufwendigere Installation – die Installation erfordert sowohl IT-Kenntnisse als auch handwerkliches Geschick. Für die Montage einer PoE-Kamera müssen zusätzliche Löcher in Wände oder Decken gebohrt werden. Eine spätere Änderung des Montageorts bedeutet, dass diese Bohrlöcher entweder akzeptiert oder die Wand bzw. Decke instandgesetzt werden muss.

• Höhere Anfangsinvestition – die Ersteinrichtung eines IP-PoE-Kamerasystems ist relativ kostenintensiv. Zu den Kosten zählen unter anderem ein PoE-Netzwerkswitch, PoE-fähige Ethernetkabel, IP-PoE-Kameras sowie die Installationskosten, die höher sind als bei einem Standard-WiFi-Router.

 

 

In der folgenden Grafik sind die wichtigsten Unterschiede zwischen drahtlosen WiFi-Kameras und kabelgebundenen PoE-Kameras gegenübergestellt.

Hauptunterschiede zwischen PoE- und WiFi-Kameras

 

Planen Sie die Installation einer Außenüberwachung, in einer unbeheizten Halle oder in einem Industrieschrank? Lesen Sie unseren Fachbeitrag dazu, wie man eine IP-Kamera und einen WiFi Access Point unter schwierigen Temperaturbedingungen versorgt.

 

Wie die richtige Wahl treffen?

Da sowohl WiFi- als auch PoE-Kameras spezifische Vor- und Nachteile haben, ist eine schnelle, eindeutig richtige Entscheidung nicht immer möglich. Um die Auswahl zu erleichtern, sollten vor dem Kauf Fragen beantwortet werden wie: Wie sieht mein aktuelles Netzwerk und die Stromversorgung aus? Welche Art von Anwendung soll umgesetzt werden? Wie viele Endgeräte müssen integriert werden?

Zur Beantwortung dieser Fragen lohnt es sich, einige Aspekte genauer zu analysieren.

Erstens sollte die aktuelle Netzwerkinfrastruktur inklusive Stromversorgung bewertet werden. Dazu gehören Signalstärke und Reichweite der Funkabdeckung sowie Einflussfaktoren wie: Typ des eingesetzten Routers, Störquellen und Signalwege.

Zweitens lohnt ein Blick auf typische Einsatzszenarien. Generell werden IP-WiFi-Kameras häufig für die Überwachung von Wohnhäusern und kleinen Büros verwendet, während kabelgebundene IP-PoE-Kameras in Außenüberwachungssystemen von Betrieben, Fabriken, Lagern usw. installiert werden. Hinzu kommt, dass kabelgebundene Systeme meist von Eigentümern mit eher stabiler Nutzungssituation gewählt werden, während drahtlose Systeme ideal für Mieter oder Firmen an temporären Standorten sind.

Drittens haben die Fläche, die überwacht werden soll, und die dafür benötigte Anzahl an Kameras einen starken Einfluss auf die Entscheidung. Wenn nur eine einzelne IP-Kamera, etwa zur Hausüberwachung, installiert werden soll, bietet sich eine IP-WiFi-Kamera an. Viele Eigentümer von größeren Objekten benötigen jedoch ein leistungsfähiges, flächendeckendes Überwachungssystem für das gesamte Areal. Hier ist ein verkabeltes System die bessere Option, das mehrere Kameras bedienen und zusammenschalten kann. Darüber hinaus bietet PoE eine hohe Flexibilität beim Hinzufügen, Versetzen, Ändern oder temporären Bereitstellen von Überwachungskameras – ideal für zukünftige Erweiterungen.

Als Faustregel gilt: Wenn eine einfache Installation und hohe Flexibilität für die Überwachung eines kleineren Innenbereichs im Vordergrund stehen, ist ein drahtloses WiFi-Kamerasystem sinnvoll. Wird hingegen ein stabiles, skalierbares Netzwerk mit guter Verwaltung für Außenanwendungen benötigt, empfiehlt sich ein kabelgebundenes PoE-Kamerasystem.

Ein wichtiger Vorteil von PoE-Kameras, der die Implementierungskosten teilweise reduziert, ist die Möglichkeit, sich Infrastrukturkomponenten wie PoE-Netzwerkswitch und USV mit anderen Teilen des Überwachungssystems zu teilen.

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von PoE-Switches und die Verfügbarkeit preiswerter Modelle für den Außeneinsatz, die nicht nur eine IP-Kamera, sondern auch einen WiFi Access Point, ein POS-Terminal, ein VoIP-Telefon oder eine Infotafel versorgen können, senken die Kosten eines Systems auf Basis kabelgebundener PoE-Kameras.

Beispiel für PoE-Stromversorgung einer Überwachungskamera

 

Der Hersteller LightOptics bietet attraktive PoE-Switches an:

LO-IGS-2GT1GF-POE – Industrieller PoE-Switch 2x PoE 10/100/1000Base-T RJ45 + 1x SFP

LO-IGS-4GT2GF-POE – Industrieller Switch mit 4x PoE 10/100/1000Base-T RJ45 + 2x SFP

LO-IGS-8FT2GF-POE – Industrieller Switch 8x PoE 10/100Base-T RJ45 + 2x SFP

LO-IGS-M8GT2GF-HPOE – Industrieller Switch 8x PoE 10/100Base-T RJ45 (2 Ports IEEE 802.3bt PoE++ 90W) + 2x SFP – Managebarer Switch (CLI, WEB und TELNET)

LO-FS-8FT2GT-POE – Switch mit 8x PoE 10/100Base-T RJ45, 2x 10/100/1000Base-T RJ45 – nicht industriell

 

Beispielhafte Implementierung:

  • Stromversorgung von Überwachungskameras für Lagerflächen in mehreren Filialen einer Handelskette mithilfe des PoE-Switches LO-FS-8FT2GT-POE
  • Stromversorgung von schnell schwenkenden PoE-Kameras, einem Touch-PC und digitalen Digital-Signal-Displays

 

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